Über mich

portraitMein Name ist Ralph Gehrke, ich bin Lehrer a.D. an einer Schule in der Nähe von Berlin. Gemeinsam mit meiner Frau habe ich das erste Pflegekind 1995 bekommen. Wir wohnten damals in Berlin und haben uns von der Sachbearbeiterin unseres Jugendamtes gut beraten und betreut gefühlt. Unsere älteste Pflegetocher ist jetzt 25 Jahre alt und lange verselbständigt. Sie kommt mit dem Leben zurecht.

Jahre später bekamen wir nach langem Bemühen ein Geschwisterpaar in Pflege, beide schwerst traumatisiert und sehr pflegeaufwändig. Aus den Erfahrungen aus diesem Pflegeverhältnis mit leiblichen Eltern, Ämtern und Institutionen ist diese Geschichte entstanden.

Nachdem alle Pflegekinder selbstständig sind und ich nicht mehr einem täglichen Broterwerb nachgehen muss, habe ich die Zeit, Pflegeeltern über das Internet zu beraten und Seminare, speziell zum Thema „Traumatisierte Pflegekinder und Schule“, anzubieten und durchzuführen. Ebenso veröffentliche ich zwei Bücher, die am Blog orientiert sind, als Paperback.

Als nächstes Projekt erschienen ist ein Handbuch aus der Praxis für (werdende) Pflegeeltern. Damit möchte ich einen Beitrag dazu leisten, über rechtliche Voraussetzungen und angemessenes Verhalten in kritischen Pflegesituationen zu informieren.

Die Geschichte ist nun inhaltlich abgeschlossen, aber sobald ich auf Links zu zum Thema gehörend stoße, setze ich sie ein, so dass eine aktuelle Information gewährleistet ist.

5 Antworten zu Über mich

  1. Sehr geehrter Herr Gehrke
    Ich betreue seit ca. zwei Jahren eine Pflegefamilie in Berlin, deren Pflegekind vielfältige traumatische Erfahrungen erlitten hat. Er hatte das Glück sehr engagierte herzliche Pfegeeltern zu finden, die trotz Versäumnisse von Seiten des Jugenamtes eine Stabilisierung seines Zustandes erreicht haben. Gründe, die ich hier nicht weiter ausführen kann, haben dazu geführt, dass das Jugendamt droht, den Jungen in eine Psychiatrie zwangseinweisen zu lassen. Die Pflegefamilie benötigt drigend juristischen Beistand. Ich selbst bin zunehmend erschüttert über das was ich hier erlebe. Ich selbst bin Gestalttherapeutin, habe mich Trauma viel beschäftigt und sehe die Hilflosigkeit und Unwissenheit des Jugendamtes in Bezug auf Trauma Traumafolgen und ganz zu Schweigen von Umgang mit Traumatisierten Kindern.

    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir einen Rechtsanwalt, Rechtsberatungsstelle, die sich mit der Problematik von Pflegekindern / Pflegeeltern gut auskennen, nennen könnten.

    Mit herzlichen Grüßen
    Gabriele Nachtschatt

  2. lehrergehrke schreibt:

    Hallo, Frau Nachtschatt,
    zunächst einmal freue ich mich, dass Sie den Weg zu meinem Weblog gefunden haben.

    Die Situation, die Sie beschreiben, ist leider oft die traurige Wirklichkeit, mit der Pflegeeltern konfrontiert sind. Es kommt immer darauf an, wie der Sachbearbeiter entscheidet und welche generelle Linie vom Jugendamt vertreten wird. Als Pflegeeltern braucht man da viel selbst angeeignetes Wissen, viel Kraft und viel Durchsetzungsvermögen, bis hin zur Bereitschaft, auch die juristische Auseinandersetzung nicht zu scheuen. Viel hilft bereits, Gespräche mit dem Jugendamt nur mit einem Beistand als Zeugen und Moderator zu führen. Zwar habe ich in meinem letzten Beitrag vielleicht den Eindruck vermittelt, dass Jugendämter sich gegen die Beteiligung von Beiständen erfolgreich wehren, aber es gibt immer die Möglichkeit, Gespräche, wenn es sein muss, einfach abzubrechen.

    In dem von Ihnen erwähnten Fall stellt sich die Frage, wer das Sorgerecht innehat und ob die Zwangseinweisung juristisch überhaupt haltbar ist. Da ich auf ihrer Website gesehen habe, dass Sie in Berlin ansässig sind, verweise ich immer gerne auf den AktivVerbund Berlin, der auch z.T. bundesweit tätig ist und Beratungen in allen Pflegeeltern und Pflegekindern betreffenden Angelegenheiten anbietet. Der AktivVerbund organisiert auch häufig Seminare für Pflegeeltern mit hochkarätigen Referenten zu den Themen traumatisierte Pflegekinder und rechtliche Aspekte von Pflegeverhältnissen. Den Link finden Sie nebenstehend als ersten Link in der Linkliste. Nähere Informationen folgen per e-mail.

    Es würde mich sehr freuen, wenn Sie die Geschichte der Traumakinder weiter verfolgen würden.

  3. Elke schreibt:

    Hallo Herr Gehrke,

    wie gut, dass sich jemand dieses Themas annimmt! Als Betroffene sexualisierter Gewalt in der Kindheit ist es mir um so wichtiger, alle Facetten dieser und anderer Traumata öffentlich zu machen. Kaum jemand kann sich vorstellen, unter welchem Leidensdruck diese Kinder stehen und welche schwerwiegenden Folgen daraus resultieren können.

    Danke und herzliche Grüße,
    Elke Nurmut

    • Sir Ralph schreibt:

      Danke, Frau Nurmut, für die anerkennenden Worte. Wir haben erfahren, wie traumatisierte Kinder leiden. Es ist schwer, ohne nennenswerte Unterstützung die Folgen zu mindern, z.B. in der Schule. Das Verständnis für diese Kinder, die einfach anders sind, als andere, aber liebenswert, ist sehr gering und geht stellenweise gegen Null. Das durch das Trauma bedingte Verhalten wird häufig als Boshaftigkeit und/oder Charakterschwäche gesehen. Es ist an der Zeit, die Öffentlichkeit in die Pflicht zu nehmen und Fachleute wie Pädagogen, Richter und Politiker zu informieren, damit sie endlich verstehen.

      In Facebook hat sich eine Seite zur Aufgabe gemacht, genau das zu tun. Sie basiert auf den Informationen des Bestsellers „Deutschland misshandelt seine Kinder“. Jedes „Gefällt mir“ unterstützt die Sache, die Öffentlichkeit einzubinden.

  4. Helmut Stadlbauer schreibt:

    Hallo!

    Vor 20 Jahren haben wir 2 Pflegekinder bei uns aufgenommen.
    Da meine Frau im alter von fünf Jahren ihren Vater verloren hat, konnte sie sich sehr gut in die damals stark traumatisierten Kinder hineinversetzen. Nach ein paar Jahren ihrer liebevollen Pflege ist Sie bei einem Autounfall unschuldig ums Leben gekommen und unser damals 12 jähriges Pflegekind wurde schwer verletzt. Die Körperlichen Wunden sind verheilt, die Seelischen nicht, denn das Trauma wurde von niemanden ernst genommen.
    Welches Martyrium wir nach dem Unfallereignis durchgemacht haben, darüber habe ich das Buch …aber nicht mit mir! geschrieben das die Verantwortliche die so etwas zulassen einmal zum Nachdenken bewegen soll. Leseprobe http://www.abernichrmitmir.at

    Mit freundlichen Grüßen

    Helmut Stadlbauer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s