Fortbildungen für Pädagogen

Mit der Inklusion steigt die Wahrscheinlichkeit, dass seelisch behinderte oder von seelischer Behinderung bedrohte Jugendliche in Regelklassen unterrichtet werden. Dabei handelt es sich um Menschen, die meist in frühester Kindheit durch Gewalterfahrungen und/oder Missbrauch und Misshandlungen sowie Vernachlässigung traumatisiert worden sind. Das Problem liegt dabei darin, dass für die Umwelt meist nicht erkennbar ist, dass es sich um traumatisierte Jugendliche handelt. Das abweichende Verhalten wird meist als nicht angepasst empfunden, das mit pädagogischen und erzieherischen Mitteln veränderbar ist. Selten und nur in besonders auffälligen Normabweichungen wird das Verhalten als Symptom einer Krankheit erkannt.

Diese Fortbildung soll helfen, auffälliges Verhalten auf die möglichen Gründe hin zu untersuchen, die Ursachen und Symptome zu erkennen, die sich dahinter verbergen können und angemessen auf diese Symptome zu reagieren.

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Exposé für eine

Fortbildung

Thema: Inklusion von seelisch behinderten oder von seelischer Behinderung bedrohten Jugendlichen (§ 35a SGB VII) (Traumatisierung)

Zielgruppe: Lehrer an staatlichen Regelschulen

Dauer: 90 Minuten

  1. Einstieg: Auffälliges Verhalten von Jugendlichen im Unterricht in Beispielen

  • Jugendliche ziehen sich vom Unterrichtsgeschehen zurück, zeigen „eingefrorenes“ Verhalten, z.B. bei Aufrufen, Leistungsanforderungen und Gruppenarbeit, sind nicht Teil des Unterrichtes

  • Jugendliche zeigen bei Teamarbeit Mittelpunktstrebigkeit, setzen sich in Szene, ohne etwas zur Arbeit beizutragen, wollen bestimmen oder verweigern Mitarbeit

  • Jugendliche sind emotional unkontrolliert und unberechenbar

  • Jugendliche zeigen sich offensichtlich feindselig gegenüber Lehrern und Mitschülern, bis hin zur verbalen und körperlichen Aggression

  • schleimen sich offensichtlich beim Lehrer ein – Fixierung auf den Lehrer als Ersatz der Anerkennung durch Mitschüler

  • Selbstaufgabe – „Ich kann das nicht“

  • Übernahme einer negativen Rolle – „Ich bin blöd“

  • Frustrationsintoleranz

  • Gewalt gegen Sachen, z.B. Unterrichtsmaterial, Schulmöbel

  1. Darstellung der Ursachen seelischer Behinderung

  • Vernachlässigung in der Herkunftsfamile: Essen, Kleidung, Zuwendung

  • körperlicher / seelischer Missbrauch, Unerwünschtsein

  • Gewalterfahrung in der Kindheit, körperlich / seelisch

  • Erfahrung von Todesangst / Todesnähe

  1. Darstellung der Auswirkungen im Verhalten und Symptome

Pathologische Auswirkungen:

  • Bindungsstörung

  • Posttraumatische Belastungsstörung

  • Dissoziative Persönlichkeitsstörung (Abspaltung verschiedener Persönlichkeitsanteile)

  • Chronischer Stresszustand

  • Amnesie, v.a gegenüber dissoziativen Zuständen

  • Entwicklung einer Borderline-Störung

Symptome:

  • Bindungslosigkeit

  • Übertragung vonSituationen und Erfahrungen mit den leiblichen Eltern auf den Lehrer (Lehrer nimmt subjektiv Rolle der Traumatisierenden ein)

  • Bewusstes Reinszenieren von häuslichen Situationen im Verhältnis zum Lehrer

  • Getriggertes Verhalten von Erinnerungsinhalten in der Amygdala (für Angst und emotionale Steuerung zuständiger Teil des Gehirns)

  • daraus folgender hoch emotionaler Stresszustand

  • dissoziative Reaktion

  • Selbstbeschädigung /-verletzung

  1. Reaktionsmöglichkeiten auf symptomatisches Verhalten

  • Beruhigung der Situationen

  • Stressminderung /-Vermeidung

  • Keinesfalls Erhöhung des Stresslevels durch Sanktionen!

  • Ansprechen von Körperwahrnehmungen

  • Optischen Reiz schaffen, fokussieren lassen

  • Ggf. Entfernung aus dem Unterricht, ggf. unter Aufsicht

Weitere Möglichkeiten, symptomatisches Verhalten zu steuern und abzumindern, finden sich in diesem Borderline Notfallkoffer.

Exposé für eine

Fortbildung

Thema: Schule und Pflegekinder

Zielgruppe: Lehrer an staatlichen Regelschulen, Lehramtsstudenten

Dauer: 180 Minuten, erweiterbar

  1. Einführung ins Thema: Was sind Pflegekinder? Wo kommen sie her? Welche Rechte haben Pflegeeltern? Gründe für Inhobhutnahmen
  2. Was sehen die Lehrer?: Unkonzentriertheit, fehlende Beteiligung am Unterricht, Mittelpunktstrebigkeit, Feindseligkeit gegenüber Lehrern und Mitschülern, Fixierung auf den Lehrer, Selbstaufgabe, Gewalt gegen Sachen und Personen
  3. Frage- und Diskussionsphase
  4. Pathologische Grundlagen und Symptome: Bindungsstörungen, PTBS, Dissoziative Persönlichkeitsstörung, Chronischer Stess, Amnesie. Übertragungen frühkindlicher Erfahrungen, Reinszenierungen, getriggertes Verhalten, Dissoziation, Selbstbeschädigung
  5. Angemessenes Lehrerverhalten: Stressminderung, Ansprechen von Körperwahrnehmungen, individuelle Ansprache, ggf. Entfernen aus dem Unterricht (unter Zuhilfenahme der Trainingsraummethode)
  6. Frage- und Diskussionsphase

Je nach Rahmenbedingungen werden als Methoden einggesetzt: Brainstorming, Rollenspiele, Vortrag, Diskussionsphasen

 

Eine Antwort zu Fortbildungen für Pädagogen

  1. Sir Ralph schreibt:

    Für alle, die sich mit dem Thema „Traumatisierte Kinder in Schule und Unterricht“ näher befassen wollen, hier ein Foliensatz einer Tagung aus 2007, der ausgesprochen aufschlussrei ist und die Erfordernisse für Schüler und Lehrer zusammenstellt: http://www.erev.de/auto/Downloads/Skripte_2007/Schule/2007_Folien_Bick.pdf

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