Stressfei

Es ist Samstag. Susann ist bei uns. Gestern Nachmittag ist sie angekommen. Bevor sie losfuhr, hat sie mich angerufen. „Stell dir vor, Jeannett hat mir gesagt, dass sie für heute Abend was zu trinken und zu rauchen organisieren will“, entrüstet sie sich. „Für mich geht das gar nicht.“ „Mach dir keine Sorgen“, beruhige ich sie. „Wenn sowas passiert, rufst du mich an. Ich hole dich von überall ab.“ Aber dazu kommt es nicht – noch nicht. Beide gehen nachmittags los und sind pünktlich um halb zehn wieder da.

Auch heute ziehen sie vormittags los. „Aber ihr seid um fünf wieder da“, ermahnt Ruth sie. „Dann gibt es Essen und wir fahren los zum Theater.“ Sie versprechen es. Aber um vier kommt eine SMS. „Wir schaffen es nicht.“ Ruth ist wütend. „Das geht auf Jeannetts Konto“, schimpft sie. „Die wollte doch nicht ins Theater!“ Also rufe ich die beiden an. „Daddy, es hat einen Unfall gegeben. Die Busse fahren nicht mehr“, erklärt Jeannett. „Wo seid ihr?“, will ich wissen. „Wir sind in Lüneburg am Bahnhof.“ „Bleibt wo ihr seid“, weise ich sie an, „ich hole euch ab.“

Tatsächlich ist die Bundesstraße gesperrt, Polizei und Rettungskräfte überall. Also benutze ich die Landstraße als Umgehung. Wir schaffen es pünklich nach Hause. Ein Imbiss, umziehen, rein ins Auto und nach Hamburg. Aufgeführt wird ein spannendes Kriminalstück. Selbst Jeannett sitzt gebannt dem Verlauf folgend. Anschließend gehen wir etwas essen. Die Kinder sind entspannt, keine Spur von Streit oder Konkurrenz. Umarmt laufen sie scherzend und laut lachend durch die erleuchteten Straßen Altonas und an der Elbe entlang.

So entspannt haben wir die beiden selten erlebt.

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Über Sir Ralph

Spezialist für Englisch, Wirtschaftsenglisch, Lernmethoden und Motivation, Pflegekinder und -eltern, internationale Kontakte, passionierter Motorrollerfahrer // Expert in English and Commercial English, interested in foster parenting and international contacts and riding my 125cc scooter
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2 Antworten zu Stressfei

  1. Franziska B. schreibt:

    Schön das es auch solche Tage gibt, sie geben einem Kraft die weniger schönen durchzuhalten.
    Liebe Grüße
    Franzi

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