„Das Leben ist Scheiße“

Pubertierende Pflegekinder senden manchmal Hilferufe an ihre Pflegeeltern. so auch bei uns.

Wie zufälligt liegt ein Zettel auf dem Küchentisch, nicht zu übersehen. „Wie kann mein Leben nur so Scheiße sein“, steht groß und in ungelenken Buchstaben darauf. Wie soll ich damit umgehen, da Jeannett doch kaum mehr vernünftig mit mir zu sprechen vermag?

Ich entscheide mich für einen eigenen Zettel, worauf ich schreibe: „Such dir Menschen, die dir gut tun, akzeptiere Erfahrungen, die andere schon gemacht haben und pass auf dich auf. Du weißt, ich habe immer ein offenes Ohr für dich. Dein Daddy.“ Den schiebe ich ihr unter der Tür durch.

Was das bedeutet, weiß ich. Jeannett möchte im Mittelpunkt stehen, aber sich zu nichts verpflichten. Wir machen Angebote, öffnen muss sie die Tür allein. Wir werden uns nicht laufend ihren Zorn zuziehen.

Irgendwie kann ich sie verstehen, es muss ihr schlecht gehen. Sie muss den Spagat zwischen Kindesvater und uns aushalten und weiß selbst nicht genau, woher sie kommt, wo sie hin will und wie es weiter gehen soll. Wir werden  einfach für sie da sein, wenn sie uns braucht.

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Über Sir Ralph

Spezialist für Englisch, Wirtschaftsenglisch, Lernmethoden und Motivation, Pflegekinder und -eltern, internationale Kontakte, passionierter Motorrollerfahrer // Expert in English and Commercial English, interested in foster parenting and international contacts and riding my 125cc scooter
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2 Antworten zu „Das Leben ist Scheiße“

  1. NinoGelo schreibt:

    … und sie braucht euch.

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