Jugendamt greift ein

Es ist immer gut, wenn Pflegeeltern mit den leiblichen Eltern kooperieren. Aber können sie nicht erwarten, dass die Herkunftsfamilie auch mit ihnen kooperiert? Oder müssen sie sich alles bieten lassen?

Zum Glück haben wir in Frau Gerster eine verständnisvolle, empathische Sachbearbeiterin. Dort sind wir heute eingeladen. Frau Gerster spricht zuerst mit Jeannett. Dann bittet sie uns herein.

„Ich glaube, dass Jeannett trotz ihrer Orientierung nach Berlin gut an sie gebunden ist“, beginnt sie das Gespräch. „Aber sie will sofort nach Berlin und bei ihrem Vater übernachten.“

Was sollen wir tun? Stimmen wir nicht zu, ist die Gefahr groß, dass sie sich auch ohne Erlaubnis auf den Weg macht. Dann haben wir ein Problem. Sollen wir dann mit aller Härte vorgehen? Wir befürchten, dass wir dann allen Einfluss auf sie verlieren. Also entscheiden wir uns für das nächste Wochenende. Wir vereinbaren, sie hin zu bringen und wieder abzuholen. Zwischendurch übernachten wir bei Freunden.

„Es gibt da nur noch ein Problem“, gebe ich zu bedenken. „Der Kindesvater weigert sich, mit uns zu sprechen.“

Wortlos greift sie zum Telefonhörer und wählt eine Nummer. Sie lässt uns das Telefonat mithören.

„Jaaa“ klingt eine müde Stimme aus der Leitung.

„Herr Sodann, hier ist Gerster. Ich möchte mit Ihnen über das nächste Wochenende reden. Die Pflegeeltern werden Jeannett zu ihnen bringen und am Sonntag auch wieder abholen. Ich gehe davon aus, dass das ok geht.“

„Na dit hab ick erwartet. Aba in de Wohnung kommen die ma nich“, ereifert er sich. „Schließlich is dit die Wohnung meena Lebensjefährtin.“

„Ich muss aber von Ihnen erwarten, dass sie mit den Pflegeeltern kooperieren“, bemerkt Frau Gerster streng. „Wenn Jeannett abgeholt wird, muss sie auch pünktlich zur Stelle sein.“

Verabschiedung und Ende.

„Wenn irgendwas schief geht“, schärft uns Frau Gerster ein, „wenden Sie sich sofort an das zuständige Jugendamt.“

Wir haben ein ganz schlechtes Gefühl. Aber wir haben beschlossen, den Vater in die Verantwortung in seiner Vaterrolle zu nehmen. Und das bedeutet nicht nur Pünktlichkeit. Soll er doch mal sehen, was es bedeutet, Jeannett bei Laune zu halten, ohne auszurasten. Wenn er das packt, kann man auch über die Erhöhung der Besuchsfrequenz nachdenken und sie ins Auge fassen.

Dennoch fürchten wir schlechten Enfluss. Haben wir so viel investiert in die Entwicklung unserer Pflegekinder, um sie an den Kindesvater zu vrelieren? Wie viele Rückschritte wird es in Jeannetts Entwicklung geben?

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Über Sir Ralph

Spezialist für Englisch, Wirtschaftsenglisch, Lernmethoden und Motivation, Pflegekinder und -eltern, internationale Kontakte, passionierter Motorrollerfahrer // Expert in English and Commercial English, interested in foster parenting and international contacts and riding my 125cc scooter
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