Wir wollen es wissen!

Pflegeeltern nehmen Kinder auf, die ihnen völlig fremd sind. Auch die Pflegeeltern sind den Pflegekindern fremd. Jugendämter sind häufig sehr zurückhaltend, die Pflegeeltern mit genügend Informationen zu versorgen. Sie argumentieren, dass sie ohne Zustimmung der leiblichen Eltern keine personenbezogenen Sozialdaten weitergeben dürften.

So gesehen, sind wir mit Informationen recht gut ausgestattet worden, wir kennen die Gründe der mehrfachen Inobhutnahmen. Aber uns fehlen Details, um unsere Kinder und ihr Verhalten zu verstehen und darauf reagieren zu können. Ohne diese Details neigen Pflegeeltern, Schule und Kindergarten oder Hort dazu, sie einfach als dumm, böse oder aggtressiv, also kurz als schlecht zu betrachten.

Wir wollen jetzt wissen, was alles im Detail unsere Kinder geschädigt hat. Also schreiben wir mehrfach an Frau Schilling, bombardieren sie mit der Forderung nach eiem klärenden Gespräch mit allen Beteiligten. Dazu gehört das in Obhut nehmende, aber auch das zuständige Jugendamt sowie der Kindesvater. Wir ahnen nicht, was wir lostreten. Dutzende Telefonate führen wir mit der Sozialarbeiterin des Kindesvaters, ebenso mit der Rechtsberaterin des in Obhut nehmenden Jugendamtes. Immer wieder fordern wir ein Gespräch mit allen Beteiligten.

Wir wollen wissen:

  • Wie war das Verhältnis des Kindesvaters mit der Kindesmutter und wie hat es die Entwicklung der Kinder beeinflusst?
  • Wie waren die Umstände der Betreuung der Kinder durch Nachbarn und Bekannte?
  • Wie kam es zur Aufnahme der beiden Kinder beim Kindernotdienst? Wie ist hierzu die Aktenlage der Polizei und des Jugendamtes?
  • Was geschah während der Beurlaubungen ins Elternhaus genau?
  • Gab es Normverletzungen bereits in der Herkunftsfamilie und wie wurde damit umgegangen? Wurden die Kinder zur Geheimhaltung von Normverletzungen verpflichtet?

Es ist immer wieder dasselbe. Die Frage nach der Vergangenheit der Kinder stößt überall auf peinliches Berührtsein und Schweigen. Wir denken, dass der Kindesvater ein natürliches Interesse daran haben müsste, dass es seinen Kindern gut geht. Aber wir haben uns getäuscht. Es geht ihm nur um sich selbst. Er hat seine eigenen Ansichten von Schuld und kann sie für sich nicht anerkennen.

Wir hoffen, die Kinder besser verstehen zu können, wenn wir ihre Erfahrungen kennen, die sie in ihrer Kindheit geprägt haben. Aber das scheint niemanden zu interessieren außer uns. Die Ämter fürchten, sich falsch zu verhalten und zwischen die Fronten zu geraten. Das Wohl unserer Kinder spielt die geringste Rolle in diesem Spiel.

Advertisements

Über Sir Ralph

Spezialist für Englisch, Wirtschaftsenglisch, Lernmethoden und Motivation, Pflegekinder und -eltern, internationale Kontakte, passionierter Motorrollerfahrer // Expert in English and Commercial English, interested in foster parenting and international contacts and riding my 125cc scooter
Dieser Beitrag wurde unter Der Kampf um Normalität abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s