Wir schützen unsere Kinder

Nie wären wir auf die Idee gekommen, dass wir unsere Kinder vor dem Kindesvater schützen müssen. Aber die Situation gebietet schnelles, durchdachtes Handeln. Also tun wir, was zu tun ist angesichts der Situation, dass er sich auf der Flucht befindet.

Am Tag, nachdem die Kripo unser Haus durchsucht hat, informieren wir zuerst die Schule. Ich habe Glück, dass ich den Vormittag frei habe. Also bringe ich die Kinder zur Schule und spreche mit der Schulleiterin. Ich schildere, was passiert ist. Wir müssen jetzt damit rechnen, dass der Kindesvater die Kinder  möglicherweise auf dem Schulweg abfängt und in seine Gewalt bringt. Ich vereinbare mit der Schulleitung und der Klassenlehrerin, dass die Kinder von uns zur Schule gebracht werden und unter Aufsicht um Hort gebracht werden. Von da aus hole ich sie abends ab. Die Lehrer sind informiert, aber sie sollen die Lage nicht bei den Kindern ansprechen und auch nicht die Mitschüler informiere. Alles soll aussehen wie normal. Auch die Hortleitung und die Erzieherinnen sind informiert.

Natürlich können wir die Kinder nicht wegsperren. Sie dürfen wie gewohnt in unserer Straße spielen, aber sie sollen sich nicht zu weit vom Haus entfernen, so dass wir sie im Blick haben. Die Kinder haben Verständnis und sie wissen, das alles, was geschieht, zu ihrem Schutz ist.

Als nächstes informieren wir das Jugendamt über die Geschehnisse und unsere getroffenen Maßnahmen. Die Sachbearbeiter stehen hinter uns, aber sie können nicht viel tun.

Nach ein paar Tagen ist die Lage entschärft. Die Kripo ruft uns an und informiert uns, dass der Kindesvater sich in Gewahrsam befindet. Uns fällt ein Stein vom Herzen. Und auch die Kinder scheinen irgendwie erleichtert. Der Vater der beiden war weit weg. Es heißt, er hätte zusammen mit der Kindesmutter  ein paar Tage „Urlaub“ in Frankreich gemacht.

Uns fällt auf, dass wir Pflegeeltern vom Denken der leiblichen Eltern Lichtjahre entfernt sind. Die Kinder kommen im Denken und den Entscheidungen der Herkunftseltern nicht vor. Statt dessen diese Einstellung „Es wird schon nichts passieren“. Und warum fährt die leibliche Mutter mit dem, der sie fast umgebracht hätte, noch in Urlaub? Woher haben sie das Geld?

Aber das ist nicht unsere Sache.

Im Gegensatz dazu sind die Kinder bei uns der Mittelpunkt unseres Denkens und Tuns. Wir schützen und fördern sie. Wir wissen, was sie erlebt haben und wissen, dass sie skeptisch gegenüber der Erwachsenenwelt sind, zu der auch wir gehören. Wir müssen uns ihr Vertrauen verdienen. Und wir müssen damit rechnen, dass sie es nie schaffen, eine Bindung zu uns aufzubauen.

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Über Sir Ralph

Spezialist für Englisch, Wirtschaftsenglisch, Lernmethoden und Motivation, Pflegekinder und -eltern, internationale Kontakte, passionierter Motorrollerfahrer // Expert in English and Commercial English, interested in foster parenting and international contacts and riding my 125cc scooter
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