Im Winde verweht

Für Susann

Wir haben es gewagt

Du, deine Schwester und wir

Großes hatten wir vor

Alle haben uns bewundert

Alle haben dich geliebt

Es hätte so schön sein können

Eine Familie, alles im Glück

Es ging nicht. Es hat nicht sollen sein.

Wie tanztet ihr auf der Terrasse im Sonnenschein

Fröhlich waren sie, die ersten Tage

Wie oft habe ich gesungen, bis ihr schlieft

Die Angst verscheucht

Vor dem, was du erlebtest

Schlimmes, Grausames

Es hat dich geprägt

Immer war es da

Alles ist

Im Winde verweht

Kannst du es noch hören,

Das Rauschen des Meers

Die Sonne, wie sie brannte

Oben im Norden, wo ihr nie wart zuvor

Das Zelt am Strand

Verweht im Wind der Zeit

Weißt du noch

Wie es war, auf dem Gletscher

Die Berge zu sehen war euer Wunsch

Das Hexenwasser auf der Alm

Die Sonne, hinter den Bergen versinkend

Der Wind der Zeit hat es uns genommen

Die Burg die sie bauen

Weit weg im französischen Land

Der Fluss und die gewaltigen Kirchen

Bistros und Cafes

Die steinernen Häuser im Westen am Ende der Welt

Keltische Tänze und Fischerfeste

Brausende Wogen

Erinnerst du dich?

Oder ist es im Dunkeln

Vom Winde verweht?

Kennst du sie noch, die weißen Felsen

Erst weit weg und dann so nah

Eine andere Sprache, eine andere Welt

Lebende Museen, und wieder das Meer

Auf dem Meridian standst du über der Stadt

Unter dem Observatorium

Weißt du noch?

Alles weg mit dem Wind?

Die schwarze Vergangenheit

Sie holte dich ein

Du wusstest nicht mehr, was ist heute

Was ist vergangen

Wo lauern die Leiden, die dich verfolgen

Kannst sie spüren als wäre es jetzt

Die Angst überkommt dich

Die Menschen von damals sind wieder da

Der Hunger, die Pein

Alleinsein

Du musst dich wehren

Weißt du

Es sind nicht die von damals

Du glaubst, du hast es nicht verdient

So viel Gutes kann nicht sein

Die dunklen Tage

Nie verweht im Wind

Immer hier und jetzt

Französisch möchtest du lernen

Es gibt kein schöneres Land, so sagst du

Ein Stück Vergangenheit das du liebst

Du kannst es nicht leugnen

Es verweht nicht im Wind

Die, die für dich jetzt entscheiden

Sie kennen dich nicht

Sie wissen nichts von alledem und von dir

Du weißt es genau

Sie wollen dass du zurückkehrst in die alten Tage

Sie kennen nur sich selbst

Was sie tun, halten sie für richtig

Nichts wissen sie

Tapfer versuchst du dich anzupassen

Verleugnest all die schöne Zeit

Und sei ich der einzige

Ich kann dich verstehn

Ich wünsche dir Wind

Der durch deine Haare streicht

So wie du es so gerne magst

Er säuselt dir zu

Vergiss nie wer du bist

Finde den Weg

Suche dir Menschen, die dir helfen

Sei wie der Wind

Beständig weht er weiter

Er weht nie zurück

Zurück in die dunkle Zeit.

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Über Sir Ralph

Spezialist für Englisch, Wirtschaftsenglisch, Lernmethoden und Motivation, Pflegekinder und -eltern, internationale Kontakte, passionierter Motorrollerfahrer // Expert in English and Commercial English, interested in foster parenting and international contacts and riding my 125cc scooter
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3 Antworten zu Im Winde verweht

  1. Geli schreibt:

    Es ist so schade, dass sie nicht bei euch aufwachsen kann, ihr steckt so voller Liebe.

    • lehrergehrke schreibt:

      Du kannst dir nicht vorstellen, was wir noch nach einem Jahr durchmachen. Aber es tun nicht mehr so weh und nicht so oft.

      • Geli schreibt:

        Ich kann es mir schon vorstellen, denn auch bei uns ist nach einem Jahr noch keine Ruhe gewesen und selbst jetzt, kommt monatlich immer noch was rüber.
        Derzeit ziemlich viel Negatives.
        Ich war letzten Monat bei ihrer Traumatherapeutin gewesen. Sie soll die Therapie fortsetzen, der Jungfer geht es so schlecht, dass sie in die gleichen Verhaltensmuster gefallen ist, die sie bei uns an den Tag legte.
        Ihre Erzieherin, die sie seit zwei Jahren betreut, verläßt das Heim, also ganz klare Verlustängste.
        Ich drück euch die Daumen und bin in Gedanken bei euch.

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