Besuch bei Verwandten

Besuche bei Verwandten und Bekannten stehen bei uns immer an. Jeannett und Susann sind bei allen akzeptiert. Alle mögen sie. Wir nutzen die Ferien, um meine Schwägerin und der Tante meiner Frau zu besuchen. Die Kinder nennen sie ihre „Pflegetante“ und „Pflege-Großtante“. Meine Schwägerin wohnt in Hameln, die Großtante in der Nähe auf einem kleinen Dorf. Die Großtante ist eine patente Mitt-Achtzigerin, die die Welt kennt und immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat. Sie beschenkt unsere beiden mit Spielzeug und hat großes Verständnis. Meine Schwägerin gibt ihr letztes Hemd, hat immer ein paar Süßigkeiten da. Hameln ist für uns so etwas wie ein zweites Zuhause. Alle kennen die Problematik. Die Kinder fühlen sich einfach wohl und geborgen. Sie kennen alle Spielplätze und auch ein paar Nachbarskinder.

Wir sind so froh, dass die Kinder zur Familie gehören dürfen. Auch die Kinder wissen das zu schätzen. Hier ist immer eine entspannte Atmosphäre. Die familiäre Situation, die sie so nie kennen gelernt haben, macht sie beide entspannt und fröhlich. Es ist fast wie eine therapeutische Situation.

Einmal, als wir zu Besuch fuhren, sagte Susann: „Komisch, wenn wir weg fahren, fahren wir immer Menschen besuchen. Im Kinderheim haben wir nie Menschen besucht.“

Es ist für Ruth und mich schon eine neue Erfahrung. Zu wissen, dass Pflegekindern einfach eine Erfahrung fehlt. Die Erfahrung, in einer Familie geborgen zu sein, so dass man keine Angst haben muss, Menschen, die für sich gegenseitig einstehen und eine emotionale Bindung zu haben.

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Über Sir Ralph

Spezialist für Englisch, Wirtschaftsenglisch, Lernmethoden und Motivation, Pflegekinder und -eltern, internationale Kontakte, passionierter Motorrollerfahrer // Expert in English and Commercial English, interested in foster parenting and international contacts and riding my 125cc scooter
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Eine Antwort zu Besuch bei Verwandten

  1. lehrergehrke schreibt:

    Wir halten es für sehr wichtig, dass unsere Kinder in der Verwandtschaft akzeptiert sind. Sie lernen dadurch etwas, dass sie bisher nicht kannten: Die Geborgenheit einer Familie.

    Wir haben das große Glück, dass unsere Verwandtschaft die Kinder vorbehaltlos annehmen. Wie ich weiß, ist das nicht immer der Fall. Und trotzdem ist es nicht einfach, zu erklären, was diese Kinder hinter sich haben, wenn Schokolade verschwindet oder es zu Aggressionsaubrüchen kommt. Unsere Verwandtschaft gehört noch der Generation an, in der Kinder „brav“ zu sein hatten und unauffällig. So ist das halt in bürgerlichen Verhältnissen. Die Kinder tun das Möglichste, um sich an diese Vorstellungen anzupassen. Wahrscheinlich deshalb sind sie während dieser Besuche ganz entspannt.

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