“Ich bin es nicht wert!” 18. Mai 2012
Posted by lehrergehrke in Der Kampf um Normalität.Tags: Belohnung, Boshaftigkeit, Minderwertigkeitskomplexe, Missachtung, Normensystem, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, reinszenieren, Sanktion, Strafen, Terrassenfest, Todesnäheerfahrung, traumatisiert, traumatisierte Pflegekinder, Traumatisierung, Verhaltensänderung
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Traumatisierte Pflegekinder leiden an ständigen Minderwertigkeitskomplexen. Sie haben Jahre lang beigebracht bekommen, dass sie für ihre leiblichen Eltern nichts wert sind, der letzte Dreck. Diese Erfahrung müssen sie in der Pflegefamilie reinszenieren. Heute tut Susann genau das.
Es ist Samstag, ein schöner Sommertag. Eine gute Gelegenheit, ein Terrassenfest zu feiern. Viele Verwandte und Bekannte haben wir eingeladen. Abends wird gegrillt und ein Feuer im Feuerkorb entfacht. Natürlich ist viel zu tun und Jeannett hilft fleißig, die Terrasse zu putzen, den Tisch einzudecken und in der Küche zu helfen.
Susann soll ihr Zimmer aufräumen, die Wäsche aufhängen und sich ansonsten für kleinere Aufgaben zur Verfügung halten. Aber sie tut nichts, sitzt in ihrem Zimmer herum, schaut aus dem Fenster, träumt. Schließlich betrete ich ihr Zimmer.
“Mann, Susann, wie sieht es denn hier aus! Du hast ja gar nichts geschafft! Man sieht ja den Fußboden gar nicht. Bring doch erst einmal die Anziehsachen nach unten an die Waschmaschine”, versuche ich ihr zu helfen.
“Ich denk gar nicht dran”, brüllt sie mich an, “ich will nicht, ich mach nichts, was ihr mir sagt!” Sie wirft, was auf dem Boden liegt, durch die Tür auf den Flur, tobt und brüllt. “Jeannett ist sowieso immer die Beste”, schreit sie mich an.
Sie tut wirklich alles, um uns zu zeigen, dass sie es nicht wert ist, mit uns zu feiern.
Ich spreche mit Ruth. “Sie wird nicht an unserem Fest teilnehmen”, verkündet sie entscheidungsfest. “Sie hat es nicht verdient.”
Für einen Moment stimme ich Ruth, aus Erregung und Enttäuschung heraus, zu. Aber dann kommen mir Zweifel. “Weißt du”, überlege ich, “Ich glaube das ist es genau, was sie will. Sie will uns zeigen, dass sie es nicht verdient hat, in unsere Familie integriert zu werden. Diesen Triumph will ich ihr nicht lassen.”
“Das kannst du nicht machen”, protestiert Ruth. “Jeannett hat es sich verdient, sie hat gemacht und getan. Aber Susann hat nichts getan, im Gegenteil. Du willst sie jetzt dafür noch belohnen?”
Nein, nein”, wehre ich mich. “Es ist keine Belohnung, und das müssen wir beiden auch sagen. Ich will ihr den Wind aus den Segeln nehmen und ihr keinen Grund geben, uns das Fest kaputt zu machen.”
Ruth resigniert. “Mach was du willst”, antwortet sie, “Aber ich finde es nicht richtig.”
Ich bitte die beiden Kinder an den Küchentisch. Sie wissen, dass ich etwas Wichtiges zu sagen habe.
“Jeder, der Augen im Kopf hat”, beginne ich, “weiß, dass Jeannett sich heute richtig Mühe gegeben hat, uns zu helfen, das Terrassenfest vorzubereiten. Susann, du hast leider nichts geschafft. Eigentlich dürftest du nicht an unserem Fest teilnehmen.”
Susann blickt vor sich nach unten. Sie macht einen traurigen Eindruck.
“Aber wir haben beschlossen, dass du dabei sein kannst. Du weißt, du hast es nicht verdient. Es ist auch keine Belohnung. Trotzdem werden wir dich nicht in dein Zimmer schicken.”
Susann wischt sich einige Tränen von der Wange. Sie scheint verwirrt, kann mit der Entscheidung nichts anfangen.
“Sei doch froh”, schaltet sich Jeannett ein, “du hast es nicht verdient und darfst trotzdem dabei sein. Ich finde das eine ganz tolle Entscheidung von Mama und Papa.”
Susann steht schweigend auf und räumt die von ihr herumgeworfenen Sachen aus dem Flur und in ihr Zimmer. Sie schafft es sogar, etwas Ordnung zu machen. Als die Freunde kommen, isst sie mit vom Gegrillten und zieht sich dann in ihr Zimmer zurück.
Susanns Verhalten ist Teil ihrer Krankheitssymptomatik. Sie kann harmonische Situationen nicht vertragen oder gar genießen; es widerspricht ihren Erfahrungen in frühester Kindheit. Sie steht unter chronischem Stress, den eine oder mehrere Todesnäheerfahrungen hinterlassen haben. Also re-inszeniert sie in ihrer Pflegefamilie Situationen, die sie mit Familie in Verbindung bringt. Dafür zieht sie alle Register. Sie weiß genau, dass ihr Verhalten negative Aufmerksamkeit und Missachtung provoziert, und genau das will sie, um ihre bisherigen Erfahrungen zu bestätigen.
Als jemand, der pädagogisch ausgebildet ist, weiß man: Fehlverhalten muss möglichst unmittelbar sanktioniert werden, damit eine Verhaltensänderung erreicht werden kann. Aber Pädagogik allein reicht beim Verstehen und Beeinflussen traumatisierter Kinder nicht aus. Mitunter muss man alles Gelernte vergessen und genau entgegengesetzt denen und handeln.
In der oben beschriebenen Situation heißt das: Keine Sanktionen, denn Strafen würden genau zu dem vom traumatisierten Kind erwarteten Verhalten gehören und seine frühkindlichen Erfahrungen bestätigen. Traumatisierte Kinder haben nur selten ein Normensystem. Sanktionen, die auf unseren Normen basieren, wären für sie unbegründet, unverständlich und willkürlich, auch, wenn wir sie erklären.
Statt dessen ist ihr Verhalten, entsprechend dem Konzept des “guten Grundes” für sie schlüssig und zwingend. Sie verhalten sich nicht aus Boshaftigkeit für uns abnorm, sondern weil sie etwas erreichen wollen. Sie wollen immer wieder die frühkindliche soziale Situation re-inszenieren, die ihre Rollenerwartungen erfüllt. Ihr Verhalten ist in ihrer Vergangenheit begründet.
In unserem Fall war die Aussage des Verhaltens des Pflegekindes: “Ich bin nichts wert, ich bin schlecht”. Sanktionen würden diese Aussage bestätigen und das Verhalten verstetigen.
Wir hätten damit genau das Gegenteil davon erreicht, Susann in unsere Familie zu integrieren.
Die Therapeutin will nicht… 27. Januar 2012
Posted by lehrergehrke in Der Kampf um Normalität.Tags: Aggression, Bindung, Bindungsabbruch, EMDR, Kindesvater, leiblicher Vater, multipel traumatisiert, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, Pflegemutter, Pflegevater, Status Quo, Therapeutin, tiefenpsychologisch, Trauma, Traumatherapeut, Traumatherapie, traumatisiert, traumatisierte Pflegekinder, Traumatisierung, Vernachlässigung, Vertrauen
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Traumatisierte Pflegekinder brauchen eine Therapie. Es darf jedoch nicht jede x-beliebige Therapie sein. Sie soll dem Kind helfen, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten oder zumindest damit leben zu können. Pflegeeltern haben es aber häufig sehr schwer, das Kind in eine Therapie ihrer Wahl unterzubringen. Meist sind sie froh, dass überhaupt ein Therapieplatz zu bekommen ist.
Wir sind heute zu einem Elterngespräch bei Frau Dr. Meyer-Frankenfeldt, Susanns Therapeutin. Sie ist eine ältere Frau mit leiser Stimme und immer wohl gewählten Worten. Ihr Therapieansatz ist tiefenpsychologisch orientiert. Sie malt und spielt mit Susann und redet währenddessen mit ihr. Wir möchten sie heute darauf ansprechen, Susann einem Traumatherapeuten vorzustellen.
“Susann ist ein hoch traumatisiertes Kind”, erklärt uns Frau Meyer-Frankenfeldt mit betont ruhiger Stimme. “Was sie in ihrer Kindheit erlitten hat, können wir alle uns nicht vorstellen. Es hat Auswirkungen auf die Funktionsfähigleit ihres Gehirns gehabt. Sie können sie nicht mit denselben Maßstäben messen wie jedes andere Kind.”
“Susann hat uns erzählt, dass sie in den Therapiesitzungen spielt und malt. Welchen Stellenwert hat das im Rahmen der Therapie?”, möchte ich wissen.
“Susann kann währenddessen frei assoziieren und gibt mir einen Einblick in ihre frühkindlichen Erlebnisse, aber auch in ihre Bindungen an den leiblichen Vater und an sie”, erklärt die Therapeutin mir. “Ihr fehlt natürlich ihre Mutter, zu der sie überhaupt keinen Kontakt mehr hat, aber sie überträgt ihre schlechten Erfahrungen auf ihre Pflegemutter. Der Vater spielt überhaupt keine Rolle mehr. Wenn überhaupt, dann existiert dort nur eine Angstbindung.”
“Wie steht es denn mit der Bindung an uns als Pflegefamilie”, fragt Ruth.
“Susann ist ganz eng an sie gebunden”, antwortet sie. “Besonders ist sie an den Pflegevater gebunden. Mit Ihnen als Pflegemutter verbindet sie eine Übertragungsbindung. Sie projiziert ihre ganzen frühkindlichen Erfahrungen der Vernachlässigung durch ihre leibliche Mutter auf Sie”, wendet sie sich an Ruth. “Sie müssen da sehr stark sein und beziehen Sie Susanns Aggressionen und Angriffe bloß nicht auf Ihre Person. Sie meint Sie damit gar nicht, sondern eigentlich ihre eigene Mutter.”
“Wie glauben Sie, Frau Meyer-Frankenfeldt, dass unsere Rolle bei der Verbesserung von Susanns Situation ist und wie ist Ihre Rolle?”, gehe ich jetzt etwas tiefer mit meinen Fragen. “Wie können wir alle gemeinsam daran wirken, Susann auf einen besseren Weg zu bringen, damit sie sich zu einem ganz normalen Mädchen entwickelt?”
“Sie müssen sich von dem Gedanken trennen, dass Susann jemals zu einem normalen Mädchen wird”, nimmt sie uns die Illusion. “Susann wird immer an ihrer Vergangenheit leiden. Es ist schon viel, wenn wir sie in ihrem jetzigen Zustand halten können. Ich rate Ihnen, ihr einfach viel Liebe und Verständnis entgegen zu bringen. Mehr können Sie nicht tun, und das ist schon viel. Wer weiß, wo sie ohne Sie sonst wäre.”
Jetzt komme ich zum Eigentlichen. “Wir haben uns informiert und erfahren, dass es Therapien gibt, die das Trauma von Anbeginn aufarbeiten”, erkläre ich, “und das der Einsatz von EMDR dabei besonders hilfreich ist.”
“Ach wissen Sie”, wehrt die Therapeutin ab, “das würde bedeuten, dass wir diese jetzt laufende Therapie sehr behutsam beenden müssten. Dann müsste Susann sich auf einen anderen Therapeuten einlassen, und es ist nicht gesagt, dass das funktioniert. Ein anderer Therapeut müsste sie auch zuerst kennen lernen und über eine lange Zeit hinweg ihr Vertrauen erlangen. Dann erst könnte er richtig anfangen zu arbeiten. Es bedeutet ja auch einen erneuten Bindungsabbruch für Susann und die Etablierung einer neuen Bindung. Auch ein Traumatherapeut arbeitet auf der selben Basis wie ich, es gibt da kaum einen Unterschied. Susann ist multipel traumatisiert. Also müsste ein Traumatherapeut auch erst damit beginnen, ein Trauma zu bearbeiten, bevor er mit dem nächsten beginnt. Ich halte das für eine ganz schlechte Idee.”
“Würden Sie also nicht zustimmen, wenn wir Susann einem Traumatherapeuten vorstellen würden”, komme ich jetzt zum Knackpunkt.
“Wir sollten noch einmal in Ruhe darüber sprechen”, windet sie sich. “Man darf solche weit reichenden Entscheidungen nicht zu voreilig fällen. Wir sind sowieso am Ende der Zeit. Lassen Sie uns das nächste Mal darüber sprechen.”
Eine höfliche Verabschiedung und wir haben wider keine klare Aussage.
Irgendwie haben wir viel erfahren, was wir schon wussten. Wir wissen, dass Susann multipel traumatisiert ist. Wir wissen, dass sie die Erfahrungen mit der Vernachlässigung ihrer leiblichen Mutter auf Ruth überträgt. Aber wir wollen uns nicht damit abfinden, dass Susann nicht zu helfen ist. Wir wollen eine Therapie nach den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft.
Frau Meyer-Frankenfeldt führt Argumente ins Feld, die zumindest bedenkenswert sind. Der Verlust der Bindung zur Therapeutin ist ebenso ein gewichtiger Grund wie die zu erwartenden Schwierigkeiten einer neuen Therapie. Das all das Zeit kostet, ist auch uns klar.
Aber warum kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass Frau Meyer-Frankenfeldt für ihre Leistungen redet und andere schlecht macht? Warum beschleicht mich das Gefühl, dass es ihr um das Geld geht, dass sie verlieren würde, wenn sie Susann als Patientin verlieren würde? Dass ihre Mal- und Spieltherapie bei Susann nichts fruchtet, außer den Status Quo zu erhalten, also keine wirkliche Besserung bewirkt? Sie hat mich nicht wirklich überzeugt.
Was wissen Jugendämter wirklich? 5. November 2011
Posted by lehrergehrke in Der Kampf um Normalität.Tags: Anbahnung, Bezugspersonen, Jugendamt, leibliche Eltern, Lolitasyndrom, Missbrauch, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, traumatisiert, traumatisierte Pflegekinder, Traumatisierung, Vergangenheit, Vernachlässigung
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Für Pflegeeltern ist es unerlässlich, zu erfahren, was den Pflegekindern, die sie betreuen, wirklich in frühester Kindheit passiert ist. sie müssen es wissen, damit sie sich darauf einstellen können, was sie erwartet, welche Informationen sie sich beschaffen müssen und wie sie reagieren müssen.
Immerhin haben wir es geschafft, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen: Die beiden ehemaligen Sachbearbeiter des abgebenden Jugendamtes, die Sachbearbeiterin des zuständigen Jugendamtes, wir als Pflegefamilie und unser Beistand. Die Defizite, die wir schon kennen, werden benannt: Vernachlässigung, wahrscheinlicher Missbrauch, wechselnde oder fehlende Bezugspersonen, intensives Miterleben eines Mordversuchs. Wir kennen die Symptome im Verhalten der Kinder: Angst, mal nichts mehr zu essen zu haben, Lolitasyndrom, Skepsis und Misstrauen und offen feindselige Haltung gegenüber der Erwachsenenwelt, Aggression, Abspaltung der Vergangenheit aus dem gegenwärtigen Erleben. Was wir uns erhofft haben, ist leider unmöglich. Der Einblick in die Polizei- und Gerichtsakten bleibt uns verschlossen, auch das Jugendamt hat keinen Zugriff darauf. So werden wir nie erfahren, was sich tatsächlich abgespielt hat.
Immer haben wir beim Jugendamt eingefordert, die ganze Wahrheit im Detail zu erfahren. Bevor wir uns entschieden, ein Pflegeverhältnis mit Jeannett und Susann anzubahnen, haben wir zwar den bisherigen Verlauf der Hilfemaßnahmen erfahren. Obwohl wir beide, Ruth und ich, in pädagogischen Berufen arbeiten, konnten wir jedoch diese Informationen für uns nicht bewerten. Bisher haben wir uns nicht vorstellen können, was leibliche Eltern ihren Kindern anzutun in der Lage sind und welche Auswirkungen das auf die Seele eines Kindes hat. Dieses Wissen haben wir uns in langen Seminaren und intensiven Schulungen selbst erarbeitet. Und wir haben feststellen müssen, dass wir nun mehr Wissen hatten als so manch ein Sachbearbeiter des Jugendamtes.
Wir müssen aber auch erkennen: Auch die Jugendämter sind unzureichend informiert und können ihre Erkenntnisse nur aus deren Aktenlage schöpfen. Es wäre an der Zeit, dass auch Strafverfolgungsbehörden und Gerichte sich der Jugendhilfe öffnen und ihren Beitrag zu einer effektiven Hilfe für traumatisierte Kinder leisten, anstatt die Geschehnisse im Verborgenen zu hüten.
Welche Hilfe ist richtig? 3. November 2011
Posted by lehrergehrke in Der Kampf um Normalität.Tags: Übertragung, Dissoziation, EMDR, Erziehungsberatung, Hilfebedarf, Jugendamt, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, Therapie, Therapiebedarf, Trauma, Traumatherapie, traumatisierte Pflegekinder, Traumatisierung, Unprofessionalität
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Nicht nur Pflegeeltern, auch leibliche Eltern brauchen manchmal Hilfe dabei, mit den Alltagsproblemen in der Erziehung. Pflegeeltern traumatisierter Kinder sind ständig auf der Suche nach angemessener Hilfe, denn die seelischen Verletzungen, die die Kinder mitbringen, machen das Zusammenleben sehr schwierig. Das Jugendamt ist hier in der Pflicht.
Seit einiger Zeit wissen wir durch Seminare, Recherchen und Kontakten zu Therapeuten, dass für unsere Kinder eine Traumatherapie unter Einbindung der EMDR-Methode die richtige wäre. Mehrmals haben wir unsere Sachbearbeiterin beim Jugendamt, Frau Schilling, darauf hingewiesen und verlangt, dass eine solche Therapie finanziell ausgestattet wird.
“Das kann ich nicht beurteilen”, war ihre Stellungnahme, “und eine solche Therapie gehört auch nicht zu den Angeboten unseres Amtes. Wir haben aber eine sehr effektive Erziehungsberatung und ich würde Ihnen dringend raten, diese aufzusuchen.”
Ja, das kennen wir schon. Das Jugendamt hat eine bestimmte Anzahl von Hilfsangeboten, die sicher stellen, dass bei Hilfebedarf darauf verwiesen werden kann. Diese Angebote sind nicht individuell für den Hilfebedarf ausgelegt und deshalb in den meisten Fällen ineffektiv. Wir wissen auch, dass man solche Angebote nicht ungestraft ablehnen darf, um nicht als unkooperativ zu gelten.
Also machen wir einen Termin mit dem Träger der Erziehungshilfe. Als wir ankommen, ist die Sekretärin erstaunt.
“Ich habe hier keinen Termin für sie notiert und der Herr Doktor ist auch gar nicht da.”
Da fahren wir eine halbe Stunde, haben Jeannett dazu überredet, mitzukommen, und nun das.
Die Sekretärin telefoniert mit ihrem Boss. “Herr Doktor ist heute in Neuenkirchen und da haben Sie auch den Termin.” Unfassbar. Wir haben uns eindeutig notiert, dass der Termin hier stattfindet. “Dann müssen wir einen neuen Termin machen, so in zwei Monaten.”
Diese Stellen scheinen nicht zu begreifen, dass es bei uns brennt. Die Wörter “Trauma”, “Übertragung” und “Dissoziation” kommen in ihrem Wortschatz nicht vor. Eine ungeeignete Hilfe, unprofessionell organisiert, das ist mein Eindruck.
Am nächsten Tag treffen wir uns beim Jugendamt mit Frau Schilling, die sich als Unterstützung ihre Vorgesetzte mitgenommen hat. Wir haben Eileen vom Pflegeelternverband als Beistand dabei.
“Waren Sie bei Dr. Stein?”, will Frau Schilling wissen.
Ja”, antworte ich, “aber leider ist diese Institution nicht einmal dazu in der Lage, ihre Termine zu koordinieren. Der nächste Termin könnte in zwei Monaten stattfinden. Das ist für uns völlig undiskutabel.”
“Außerdem”, unterstützt uns Eileen, ” ist diese Form der Hilfe doch alles andere als angebracht. Hier geht es nicht um eine Hilfe für die Pflegeeltern, der Grund liegt in der Traumatisierung der Kinder. Hier muss angesetzt werden. Und deshalb ist eine Traumatherapie für beide Kinder genau das Richtige.”
Die beiden Amtspersonen werfen sich hilflose Blicke zu, die sagen: Mein Gott, was wollen die denn! Wir tun doch alles, was möglich ist.
Frau Schillig ergreift das Wort. “Woher sollen wir wissen, ob diese Therapie, die Sie vorschlagen, die richtige ist? Wir sind keine Fachleute!”
Ich fasse es nicht. Mit so viel Unprofessionalität hätte ich nicht gerechnet. Aber Eileen bleibt erstaunlich ruhig.
“Warum versuchen wir es nicht einmal? Wenn den Kindern damit geholfen wird, ist es doch genau, was wir wollen. Und dass die Kinder einen Therapiebedarf haben, ist doch wohl unbestritten.”
Frau Schilling nimmt jetzt eine andere Wendung, schiebt uns die Verantwortung zu. “Haben Sie denn schon einen Therapeuten?”
“Wie soll das gehen?”, frage ich. “Wir werden keinen Therpeuten suchen, so lange die finanzielle Frage nicht geklärt ist und wir von Ihnen keine schriftliche Zusage haben und die Hilfe nicht in einem Hilfeplan festgelegt ist.”
“Die Jugendhilfe wird für eine Spezialtherapie nicht aufkommen”, mischt sich die Leiterin ein. “Da müssen Sie vorher einen Antrag auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse prüfen lassen. Im Ablehnungsfalle können Sie einen Antrag auf Übernahme durch die Jugendhilfe stellen.”
“Traumatherapeuten” erklärt Eileen ruhig, “rechnen nicht über Krankenkassen ab, sondern privat.”
“Dann können wir das sowieso nicht genehmigen”, erklärt Frau Schilling bestimmt und mit versteinertem Gesicht.
“Aber sind wir uns wenigstens darin einig, dass ein therapeutischer Bedarf bei den Kindern besteht und dass eine Erziehungsberatung nicht geeignet ist?”, will Eileen wissen.
“Wir können das nicht beurteilen”, wiederholt sich Frau Schilling, “aber Sie können sich ja informieren und dann einen Antrag stellen.”
Wir haben nichts erreicht in diesem Gespräch. Wir bekommen nicht die Hilfe, die angemessen wäre. Das Jugendamt hält eine Reihe von Hilfen vor, die es je nach Bedarf einsetzt und zu billigen Preisen pauschal von freien Trägern einkauft. Alles darüber hinaus wird nicht genehmigt. Der Schwarze Peter liegt nun wieder bei uns.
Gedicht für einen gefallenen Engel 14. September 2011
Posted by lehrergehrke in Die Wende.Tags: brokendown angel, Herkunftsfamilie, leibliche Eltern, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, Trauma, traumatisiert, traumatisierte Pflegekinder, Traumatisierung
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Dieses Gedicht zeigt in gefühlvoller Weise, dass ein durch Missbrauch traumatisierter Mensch seine Vergangenheit nie vergessen kann. Es berührt mich. Es zeigt mir, wie traumatisierte Mädchen fühlen.
Die Autorin hat mir die Zustimmung für die Veröffentlichung erteilt.
Brokendown Angel
I was a small girl with a face of an angel.
You were a huge man.
You were my hero, I looked up to you.
Everything was all right.
I loved you.
But then you did bad things to me.
Things that I couldn´t bear…
I became a brokendown angel
Brokendown angel, brokendown angel
But I loved you.
Those bad things are haunting me,
at night in my dreams,
the whole day through
if I try to live my life.
No man should touch an angel,
I was so small, I feel so small.
Brokendown angel, brokendown angel
But I loved you
Now I hate myself for loving you.
I will never love again…
So no one can me touch again in a way you did,
but I loved you.
I will always be a brokendown angel
I will always be a brokendown angel
Die Mädchen ziehen ein 13. März 2011
Posted by lehrergehrke in Die Anbahnung.Tags: Alptraum, Anbahnung, Übergang, Kinderheim, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, Sachbearbeiterin, traumatisiert, Traumatisierung, Umzug, Vernachläsigung, Wohnort
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Selbst für uns Erwachsene ist ein Umzug immer etwas Besonderes, Aufregendes. Man verlässt einen Ort, an dem man vielleicht schon lange gelebt hat und man hängt noch lange an diesem Ort. Am neuen Wohnort muss man sich einleben, man weiß nicht, was auf einen zukommt. Auch mich beschleicht noch immer ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich dort vorbei fahre.
Wie viel beeindruckender muss es erst für unsere Mädchen sein, wenn sie nun auf Dauer bei uns wohnen sollen! Sie haben schon an vielen Orten gewohnt und alle sind von Erlebnissen bestimmt, die selten posititv waren. Die Gefühle der Vernachlässigung am Wohnort ihrer Eltern, die vielen traumatisierenden Situationen, dann die Aufnahme im Kinderheim, die Besuche bei ihren Eltern, die Traumatisierung durch die Straftat, die sie mit erlebt haben und jetzt der Umzug zu uns nach jahrelangem Leben in einer Gruppe im Kinderheim, in dem sie sich immer gegen andere durchsetzen mussten gegen andere und keine wirkliche Bezugsperson hatten.
Nun ist es so weit. Ich habe einen Pritschen-LKW gemietet, um ihre Habseligkeiten zu transportieren. Alles wird aufgeladen, die Kinder verabschieden sich herzlich von ihren Erziehern und den Gruppenmitgliedern.
“Selbst Achmet, der mich immer so geärgert hat, hat geheult”, wird Jeannett später bemerken. Es ist ein sanfter Übergang, die Kinder und wir kennen uns inzwischen gut und es ist wie die Vollendung eines langen Prozesses.
Ruth fährt mit den Kindern wie immer mit der Bahn nach Hause. Ich komme mit dem LKW an, wir entladen alles und die Kinder räumen alles in das für sie schon vorbereitete Zimmer ein. Wir haben Schränke und einen Schreibtisch gekauft. Die Tapeten sind noch die alten, der Teppich auch. Eine gute Entscheidung, wie sich später zeigen wird. Schon Frau Wehrmann, unsere Sachbearbeiterin im Jugendamt, hat uns dazu geraten, nicht alles zu erneuern. Hat sie schon etwas geahnt?
Wir haben uns entschieden, die beiden in einem Zimmer in einem Doppelstockbett gegenüber unserem Schlafzimmer unterzubringen. Wir hielten dies für sinnvoll, damit wir die Kontrolle haben und beide nicht gleich auseinandergerissen werden.
Der Abend verläuft wie immer: Abendessen, und dann das Zu-Bett-Geh-Ritual mit Singen und für Jeannett mit Einschlaftee. Die Alpträume bei Susann haben nachgelassen, sie schläft vor Jeannett ein, damit sie sich gegenseitig nicht stören. Es war eine gute Entscheidung, die Anbahnung länger zu gestalten; so kennen beide Kinder schon unser Haus und ihr Zimmer ist ihnen vertraut geworden. Ihre Spielsachen und ihre Kleidung, die meist neu ist, tun das Übrige zu der vertrauten Atmosphäre.
Für die Kinder war es ein geglückter Übergang. Für uns war es eine neue Situation, plötzlich drei Kinder zu haben. Sigrid, die ihr Zimmer im Obergeschoss hat und aber im September eine eigene Wohnung an ihrem Ausbildungsort beziehen wird, hat die beiden als ihre Schwestern akzeptiert. Auch Jeannett und Susann akzeptieren sie als die ältere Schwester, die natürlich schon für sich selbst entscheiden darf.
Ab jetzt haben wir die volle Last dessen mit zu tragen, was die Mädchen in ihrer frühesten Kindheit erlebt haben. Es ist so viel mehr als wir wissen und uns vorstellen können, das wird sich immer wieder zeigen.
Ein schlimmer Traum 14. Januar 2011
Posted by lehrergehrke in Die Zeit danach.Tags: Alptraum, Angst, Herkunft, Kindesvater, Traum, Trauma, Traumatisierung, Unterbewusstsein, Vergangenheit
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Unser Unterbewusstsein verarbeitet, was wir erlebt haben, unsere Wünsche und Ängste. Manchmal können es Alpträume sein.
Wie immer gehe ich morgens in Jeannetts Zimmer, um sie zu wecken. Schweißgebadet und völlig verstört setzt sie sich auf und fällt mir in die Arme.
“Ich habe einen so schlimmen Traum gehabt”, sagt sie leise. Ich habe geträumt, dass wir alle in der Küche standen. Papa war auch dabei. Dann hat sie ein Messer gezogen und dich umgebracht und dann Ruth.”
Sie hält mich umklammert. Sie beschwört mich.
“Versprich mir, dass ihr euch vorseht. Seht euch immer genau um, wer hinter euch steht. Ihr müsst immer ganz genau beobachten, wer in eurer Nähe ist. Versprich es mir.”
Es gelingt mir, Jeannett zu beruhigen. Sie schafft es, sich für die Schule fertig zu machen. Aber um zehn Uhr kommt ihr Anruf.
“Papa, hol mich ab. Ich kann mich nicht auf die Schule konzentrieren, immer muss ich an diesen Traum denken.”
Was hat das zu bedeuten? Ich vermute, dass sich Jeannett mit ihrer Herkunft auseinander setzt. Natürlich würde uns ihre Mutter nie etwas antun. Aber Jeannetts Erfahrungen und traumatischen Erlebnisse mischen sich mit der Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit. Sie befürchtet, dass, wenn wir nicht mehr da wären, ihr der Schutz verloren ginge, den sie jetzt bei uns genießt. Diese Angst vor der Ungewissheit ist ganz normal. Wir sind verpflichtet, sie ihr zu nehmen.
Der Rausschmiss 16. Dezember 2010
Posted by lehrergehrke in Die Zeit danach.Tags: Arroganz, Überraschungseffekt, Beistand, Besuchskontakt, Bezugserzieherin, dissoziatives Verhalten, Dyskalkulie, egoistisch, Fachleute, Hilfeplan, Hilfeplangespräch, Hilfeverfahren, Inobhutnahme, Jugendamt, Kindesvater, Kindeswohl, KJHG, Krankenlassenkarte, leibliche Eltern, Lungenfunktion, multiple Traumatisierung, Obhut, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, Rausschmiss, Retraumatisierung, Schuld, Sorgerecht, Therapeutin, Therapiesitzung, Traumatherapie, traumatisierte Pflegekinder, Traumatisierung, Verfahrensbeteiligte, Weihnachten, Wohnsitz, Zahnspange
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Es gibt Hilfeplangespräche, die sind gruselig für die Pflegeeltern. Es gibt Sachbearbeiter, die sehen Pflegeeltern nur als Dienstleister. Es gibt Hilfeplangespräche, in denen es nicht um das Kindeswohl geht, sondern nur um die leiblichen Eltern. Dies ist eins von denen.
Entgegen den Wünschen, die man wohl gehegt hat, haben wir eine dreistellige Kilometeranzahl zurück gelegt, um in der Einrichtung, die für Susann zuständig ist, am Hilfeplangespräch teil zu nehmen. Alle sind da: Frau Schwerdtfeger, Frau Gerster, die Therapeutin der Einrichtung, die Bezugserzieherin, Jeannett, die wir gegen den Willen Frau Schwerdtfegers mitgenommen haben, Ruth und ich. Darüber hinaus der für den Kindesvater und für Susann zuständige Sachbearbeiter des Jugendamtes, Herr Sadowczik. Nur einer ist nicht da: Der Kindesvater. Er ist krank.
Eine halbe Stunde warten Ruth, Jeannett und ich draußen im Kalten, während der Rest mit Susann redet. Dann werden wir eingelassen. Jeannett geht mit Susann in ihr Zimmer.
Herr Sadowczik ist ein hoch gewachsener, hagerer Mittdreißiger mit hagerem Gesicht und finsterer Miene.
Frau Schwerdtfeger beginnt in leisem Ton.
“Ich darf Ihnen Herrn Sadowczik vorstellen, den neuen Sachbearbeiter des zuständigen Jugendamtes. Er wird das Gespräch leiten. Entsprechend des KJHG ist die Zuständigkeit für Susann auf das Jugendamt xxx übergegangen.”
Das hat System. Der Überraschungseffekt. Alles, was bisher beschlossen worden ist, hat offensichtlich keine Gültigkeit mehr.
Herr Sadowczik eröffnet das Gespräch.
“Ich möchte klar stellen, dass Sie am nächsten Hilfeplangespräch nicht mehr teilnehmen werden.”
Ruth ist empört.
“Warum sollten wir nicht mehr teilnehmen?” , stößt sie hervor.
Herr Sadowczik sitzt zurückgelehnt auf seinem Stuhl. Sein Kopf ist leicht nach hinten gelehnt. Er signalisiert: Beißt mich doch! Ich fürchte euch nicht. Ich bin das Alphatier.
“Weil ich Sie nicht mehr einladen werde.”
Die durch Arroganz des Sachbearbeiters erfüllte eisige Atmosphäre ist körperlich spürbar.
Ich spüre, wie mein Blut beginnt, zu kochen. Dennoch bemühe ich mich, Ruhe zu bewahren.
“Lassen Sie mich klar stellen. dass die Zusammensetzung der Teilnehmer an diesem Gespräch nicht den Auflagen des Amtsgerichts in seiner Entscheidung über das Sorgerecht entspricht. Dem entsprechend sind zu Hilfeplangesprächen Fachkräfte wie Therapeuten und fachkundige Beistände hinzu zu ziehen. Darüber hinaus wird im letzten Hilfeplan unsere Beteiligung an der weiteren Hilfeplanung als wichtig und notwendig und für Susann als bedeutsam erachtet. Außerdem ist nicht einsichtig, warum Jeannett nicht am Hiilfeplangespräch beteiligt sein sollte, wenn sie doch die leibliche Schwester ist.”
Ich nehme wahr, dass meine Stimme leise, aber scharf klingt. Die Antwort kommt prompt.
“Sie sind nicht mehr Verfahrensbeteiligte und nicht mehr zuständig. Sie sind nicht mehr die Pflegeeltern. Sie waren es doch, die das Kind in Obhut gegeben haben!”
“Moment mal.”, wende ich ein. “Wir haben das Recht auf Besuchskontakte, wie alle leiblichen Eltern auch. Wir wollen Besuchskontakte. Voraussetzung ist allerdings, dass die Einrichtung die Umstände, die zur Inobhutnahme geführt haben, aufarbeitet, damit solche Kontakte gelingen können. Wir erwarten schon, dass Besuchskontakte auch mit Susann gemeinsam vorbereitet werden.”
Ich wende mich an die Therapeutin. “Ist das geschehen? Wir hatten nicht den Eindruck.”
Die Therapeutin antwortet mit einem leisen “Ja, sicher.”
Ich lege nach.
“In wie weit hat das denn statt gefunden und was waren die Ergebnisse? Was wird denn dafür getan, Susanns multiple Traumatisierung und ihr dissoziatives Verhalten aufzuarbeiten? Spätestens nach dem Ereignis bei meiner Schwägerin müsste da ja etwas passiert sein.”
Jetzt wird sie lauter. “Glauben Sie, ich würde Ihnen die Ergebnisse meiner Therapiesitzungen hier bekannt geben? Sie haben nicht das Recht dazu, das zu fordern. Schließlich müsste der Kindesvater ja auch zustimmen!”
Der ist ja zum Glück nicht da…
“Uns würde auch interessieren, ob Susann inzwischen einem Lungenfacharzt vorgestellt worden ist. Susann ist asthmatisch und muss, wie Sie wissen, regelmäßig auf ihre Lungenfunktion hin überprüft werden.”
Das ist wohl recht peinlich. “Das haben wir in jedem Falle vor, wir haben nur noch keinen Termin”, beteuert die Bezugserzieherin.
Jetzt bin ich so richtig schön in Schwung.
“Und was ist mit der Anpassung der Zahnspange? Gibt es da auch keinen Termin?”
“Wir haben das im Blick”, rechtfertigt sie sich erneut. “Wir haben schon einen Termin gemacht.”
“Was ist mit Susanns Dyskalkulie, die vom Schulamt diagnostiziert wurde und für die Frau Schwerdtfeger bereits Maßnahmen genehmigt hat? In wie weit wird das fortgesetzt?”
“Wir haben keine Schwierigkeiten beobachten können, die darauf hin deuten”, ist die einfache, bestechende Antwort.
“Warum bekommt Susann zu Besuchskontakten keine Krankenkassenkarte mit? Wie sollen wir ioder andere nachweisen, dass sie sichberechtigter Weise bei uns aufhält, wenn sie kein Personaldokument bei sich hat? Ist sie eigentlich an unserem Wohnsitz inzwischen ab- und bei Ihnen angemeldet?”
Keine Antwort, nur peinliches Schweigen.
Der coole Herr vom Jugendamt kommt jetzt aus der Reserve. Das ist ihm nun doch zuviel, was wir uns da anmaßen.
“Ich finde das unverschämt, wie sie die Einrichtung hier kritisieren! Dazu haben Sie kein Recht!”, bellt er. “Sie sind nur egoistisch!”
Jetzt reicht es mir.
“Unverschämt ist Ihre Art, mit uns zu reden. Wir haben heraus gefunden, dass Susann mehrfach traumatisiert ist, nicht das Jugendamt. Wir haben eine Therapie eingeleitet und uns um eine spezielle Traumatherapie bemüht. Wir haben Kontakte zu Kliniken aufgenommen. Wir haben Seminare besucht, um unsere Pflegekinder zu verstehen. Wir haben sie in der Schule unterstützt und ihre Gesundheit gefördert. Un Sie nennen uns egositisch?”
Wieder lehnt er sich zurück und zeigt uns seinen Hals.
“Das war gar nicht ihr Job”, schleudert er uns entgegen. “Sie können ja versuchen, gerichtlich Einfluss auf das Hilfeverfahren zu nehmen. Sie werden keinen Erfolg haben. Sie sind nämlich keine Verfahrensbeteiligte. Und was die Besuchskontakte angeht: Susann weigert sich, Sie zu sehen.”
Ich gebe nicht auf.
“Wie stellen Sie sich dann die Kontakte zu ihrer Schwester vor?”
“Da das Geschwisterkind noch bei Ihnen wohnt, haben Sie die Möglichkeit, über diese Besuchskontkte mit zu entscheiden, in Absprache mit dem zuständigen Jugendamt. Ich könnte mir vorstellen, dass sich beide Geschwister in Berlin treffen und zusammen etwas unternehmen. Sie muss Sie als ehemalige Pflegeeltern ja nicht besuchen.”
Was ist mit Weihnachten, will ich wissen.
Die Bezugserzieherin antwortet.
“Weihnachten ist die Einrichtung geschlossen. Susann wird zu ihrem Vater beurlaubt.”
“Ist das nicht mit erheblichen Gefahren verbunden?”, will ich wissen. “Haben Sie in Erwägung gezogen, dass Susann retraumatisiert wird? Schließlich ist der leibliche Vater zugleich die traumatisierende Person.”
“Das lassen Sie mal unsere Sorge sein”, wehrt Sadowczik ab.
Dann werden die Kinder eingelassen.
Jeannett ist völlig überfordert.
“Willst du deine Schwester sehen?”
“Jaaa.”
“Wie wäre es denn wenn ihr euch in Berlin treffen würdet?
“Jaaa”
“Würdest du auch mal hinfahren?”
“Jaaa”
Ende der Veranstaltung. Alle sind peinlich berührt. Unterkühlte Verabschiedung.
Für uns ist es das Fiasko, der Rausschmiss schlechthin. Kindeswohl kam in dieser Veranstaltung nicht vor. Stattdessen Zuständigkeiten, Machtspiele, Aggressionen, Ungereimtheiten. Es ist das Ende unseres Einflusses.
Niemand dieser “Fachleute” scheint sich Gedanken darüber zu machen, was es bedeutet, wenn ein traumatisiertes Kind seinem Peiniger erneut gegenüber tritt. Stattdessen das eigene Wohl, die Einsatzplanung der Einrichtung.
Niemand will sich vorstellen, was passiert, wenn Susann ihren Zug nicht bekommt. Niemand bedenkt, was passiert, wenn Susann in Berlin in Jeannetts Beisein in einem Kaufhaus etwas mitgehen lässt und beide erwischt werden. Sie weigern sich, das Risiko zu erkennen, weil sie es nicht kennen. Jeder kann sich vorstellen, wer einspringen muss, wenn etwas schief geht. Eigentlich sind wir raus aus der Verantwortung. Können wir das durchhalten?
Sind wir Schuld an allem, was schief geht, weil wir nicht durchgehalten haben? Es ging nicht. Aber dass es einmal so kommt, hätten wir uns nicht träumen lassen.
Ein Hilfeplangespräch muss her! 5. November 2010
Posted by lehrergehrke in Die Zeit danach.Tags: Befragung, Besuchskontakt, Bezugspersonen, emotionale Bindung, Entwenden, Fachleute, Familie, Hilfe, Hilfeplangespräch, Hilfeplanung, Inobhutnahme, Jugendamt, Kinderpass, Kindesvater, Kindeswohl, leibliche Eltern, Loyalitätskonflikt, multiple Persönlichkeit, Obhut, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, Psychotherapie, Retraumatisierung, Schonung, Sorgerecht, Therapie, Trauma, Traumatherapie, traumatisiert, traumatisierte Pflegekinder, Traumatisierung, Verhaltenstherapie, Wohngruppe
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Pflegeeltern haben das Recht, ein Hilfeplangespräch zu beantragen. Deshalb greifen wir zu diesem Mittel, um endlich festzulegen, was mit Susann in der Wohngruppe weiter passiert. Es kann nicht sein, dass ihre Traumatisierung einfach nicht zur Kenntnis genommen wird. Wir wollen endlich konkret festgelegte Hilfe für unsere Kleine. Wir fühlen uns verantwortlich. Deshalb schicken wir ihrer Sachbearbeiterin ein Schreiben:
Antrag auf außerordentliches Hilfeplangespräch für Susann
Sehr geehrte Frau Schwerdtfeger,
als Beteiligte an der Hilfeplanung für Susann beantragen wir ein außerordentliches Hilfeplangespräch zur Korrektur der bestehenden Hilfeplanung.
Wir beantragen, folgende Punkte im Hilfeplangespräch aufzunehmen:
Momentane Situation in den Besuchskontakten zwischen Susann einerseits und uns als Bezugspersonen sowie ihrer Schwester Jeannett andererseits
Begründung:
Während eines mit der Einrichtung vereinbarten fünftägigen Besuchs Susanns bei meiner Schwägerin in Hameln hat Susann nachweislich fünf Überraschungseier aus dem Vorrat meiner Schwägerin entwendet, verzehrt und die enthaltenen Spielfiguren an Jeannett verschenkt. Jeannett hat ausgesprochen aufgebracht und enttäuscht reagiert. Sie verweigert derzeit weitere Kontakte. Im Verlauf eines Telefonats mit Susann hat sie den Vorgang vehement geleugnet und schließlich das Gespräch abrupt beendet. Die Einrichtung ist informiert.
Ziel:
Orientierung am Kindeswohl durch folgende Maßnahmen:
Erstellung eines konkreten Vorgehens in solchen Fällen, insbesondere die Einbindung der Einrichtung in der professionellen Aufarbeitung der Besuchskontakte mit uns, Vorbereitung weiterer Besuchskontakte, insbesondere Planung von Besuchen während der Weihnachtszeit (unter Berücksichtigung der emotionalen und traumatischen Belastung im Zusammenhang mit der in dieser Zeit stattgefundenen Straftat des Kindesvaters in Anwesenheit beider Kinder).
Psychotherapeutische Behandlung von Susann im Rahmen einer speziellen Traumatherapie mit dem Ziel, Susann zu helfen, ihr Trauma zu akzeptieren und damit umzugehen, um weitere dissoziative Handlungen zu verhindern. Feststellung, dass eine Verhaltenstherapie keine ausreichende Hilfe darstellt. Abwägung einer stationären Therapie.
Einbeziehung aller Bezugspersonen in die therapeutischen Maßnahmen
(Wieder einmal versuchen wir, wie schon so oft, endlich eine einheitliche Hilfe für Susann herbei zu führen. Wir sind uns sehr wohl darüber klar, dass der Kindesvater auf Grund seines Sorgerechtes zustimmen muss. Der vom Vormundschaftsgericht verlangte Runde Tisch mit allen beteiligten Fachleuten hat nie stattgefunden, weil das Jugendamt das Zustandekommen verschleppt hat. Wenn der Kindesvater jetzt aber erneut seine Zustimmung verweigern würde, hätten wir gute Chancen auf Entzug des Sorgerechtes. Dann könnte Susann endlich geholfen werden.)
Pflichten der betreuenden Einrichtung bei Besuchskontakten
Begründung:
Susann hatte bei den bisherigen Besuchen weder ein Ausweispapier noch die Krankenkassenkarte dabei. In Notfällen kann die Person, in deren Verantwortung sich Susann befindet, weder nachweisen, daß Susann sich berechtigter Weise in ihrer Verantwortung befindet noch eventuelle medizinische Maßnahmen einleiten.
Ziel:
Die Einrichtung gibt Susann die Krankenkassenkarte, den Kinderpass und/oder eine Bescheinigung mit, aus der hervor geht, dass sich Susann berechtigter Weise in der Verantwortung der jeweiligen Person befindet.
(Es ist schon ein starkes Stück, und es ist uns erst sehr spät aufgefallen. Wenn Sarah während Susanns Besuch hätte nachweisen müssen, dass sie sich berechtigter Weise in ihrer Obhut befand, hätte sie keine Chance gehabt. Wäre Susann krank geworden, wäre das ebenfalls ein Problem geworden. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn sie z.B. durch einen Unfall nicht mehr in der Lage gewesen wäre, zu entscheiden und Susann in die Obhut der Polizei genommen worden wäre.)
Besuchskontakte mit dem Kindesvater
Begründung:
Die Kontakte zum Kindesvater haben seit dem letzten Hilfeplangespräch zugenommen. Wie ich in meinem letzten Schreiben bereits ausführte, besteht das Risiko einer Retraumatisierung auf der Basis von hochambivalenten Bindungswünschen, die eine Desorientierung des Bindungsverhaltens fördern und verfestigen.
(Will sagen: Susanns häufigen Kontakte zum Kindesvater bringen sie völlig durcheinander. Wie kann man ihr zumuten, mit diesem Kriminellen, der Susann so viel Leid angetan hat, immer wieder konfrontiert zu werden? Aber hier geht es nicht um das Wohl des Kindes, sondern um das Recht der leiblichen Eltern, das in so vielen Fällen als wichtiger angesehen wird. Natürlich steht auch dahinter, einer gerichtlichen Auseinandersetzung auszuweichen. Es muss erst wider etwas passieren. Dabei ist schon etwas passiert. Wir sehen Susanns Verhalten und Verstörung als unmittelbare Folge der Kontakte zu ihrem leiblichen Vater an. Zwar verweigert sie die Kontakte nicht. Wie könnte sie auch, in diesem Konflikt zwischen leiblichen und Pflegeeltern.)
Susanns Verhalten während des Besuches bei meiner Schwägerin bestätigt unsere Ansicht, dass die Kontakte mit dem Kindesvater sich keinesfalls förderlich, sondern eher negativ auf ihre Entwicklung auswirken. Ihre Reaktion auf die Konfrontation mit ihrem Verhalten lässt auf eine multiple Persönlichkeit auf Grund vielfältiger Traumatisierungen schließen.
Ziel:
Beschränkung der Kontakte zum Kindesvater auf höchstens monatliche Telefonate in Absprache mit Jeannett als Susanns Schwester und uns als deren Pflegeeltern
In Ihrem Schreiben vom x.xx.xxxx haben Sie die Zusammensetzung der Anwesenden beim Hilfeplangespräch begründet. Sie haben dabei das Kindeswohl in Bezug auf Susann nicht berücksichtigt, insofern, als Susann während des ganzen Hilfeplangespräches anwesend war und ihr zugemutet wurde, einen Loyalitätskonflikt zwischen Pflegeeltern, Kindesvater und Vertreterin der Einrichtung auszuhalten, anstatt ihr ein Recht auf Schonung zuzugestehen. Wie ich bereits in meinem letzten Schreiben ausführte, ist es nicht im Sinne des Kindeswohls, die Teilnahme des Kindes am Hilfeplangespräch wortwörtlich zu nehmen. Die Einbeziehung des Kindes in die Hilfeplanung kann beispielsweise auch durch eine vorher gehende Befragung sicher gestellt werden.
(Immer wieder wird von den Jugendämtern ohne Rücksicht auf die seelische Lage der Pflegekinder verlangt, dass diese am Hilfeplangespräch teilnehmen. Wie sollen sie das aushalten? Namhafte Fachleute machen immer wieder klar, dass dies die Kinder in einen für sie unlösbaren Konflikt bringt. Bei den Jugendämtern ist diese Erkenntnis noch nicht angekommen.)
Aus diesem Grunde halten wir es für erforderlich, Susann bei sensiblen Inhalten wie z.B. die Auswirkung der Besuchskontakte des Kindesvaters auf ihre Entwicklung und ihr Verhalten nicht am Gespräch teilnehmen zu lassen. Organisatorisch sollte sich das Gespräch in einen Teil gliedern, bei dem Susann anwesend ist und sich äußern kann und einen zweiten, in dem die Auswirkungen und fachlichen Erfordernisse diskutiert werden.
Wir ziehen jedoch eine Befragung Susanns am Standort der Einrichtung in Vorbereitung auf das Hilfeplangespräch vor. Eine Konfrontation mit ihrem Verhalten und ihrer Entwicklung während des Hilfeplangespräches halten wir für schädlich, nicht zielführend und mit dem Kindeswohl nicht vereinbar.
(Manche Jugendämter ziehen eine Befragung des Kindes einer Anwesenheit beim Gespräch vor und es lohnt sich immer, dies beim Sachbearbeiter anzuregen
Wir regen an, Jeannett als die leibliche Schwester Susanns in die Hilfeplanung mit einzubeziehen, da sie von allen Festlegungen, die getroffen werden, mit betroffen ist.
(Der Amtsschimmel wiehert: Da das HPG Jeannett nicht betrifft, sie im Amtsdeutsch keine “Beteiligte” ist, soll sie auch nicht teilnehmen. Lösung: Das Geschwister einfach mitnehmen, wenn man es für richtig hält, z.B. um einen Eindruck des seelischen Zustandes zu vermitteln,)
Bei der Terminierung des Hilfeplangespräches bitten wir Sie, die Nachmittagsstunden (ab 15 Uhr) zu nutzen, da wir vormittags dienstlich gebunden sind. Zur Absprache eines Termins stehen wir jederzeit unter den oben genannten Telefonnummern zur Verfügung.
(Da werden wir noch unser blaues Wunder erleben!)
Wir fragen uns immer wieder, warum die Sachbearbeiter häufig den Sachverstand, die Erfahrungen und die Beobachtungen der Pflegeeltern nicht mit einbeziehen. Ob man ihnen in ihrer Ausbildung sagt, dass Pflegeeltern nichts anderes als Dienstleister für die Jugendämter sind?
Zerrissen 3. November 2010
Posted by lehrergehrke in Die Wende.Tags: alte Welt, Angst, Bindung, emotionale Bindung, Fremde, Gedicht, Gestern, kommende Welt, Morgen, neue Welt, Pflegeeltern, Pflegefamilie, Pflegekinder, Schmerz, Traum, traumatisiert, traumatisierte Pflegekinder, Traumatisierung, Vergangenheit, Verletzungen, zerrissen, Zwischenwelt
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Traumatisierte Pflegekinder haben ein schweres Schicksal. Sie kommen aus einer zurrütteten Familie, landen in einem Heim und dann in einer Pflegefamilie. Sie leben in vielen Welten und versuchen sich zu orientieren. Sie meinen, sie wissen genau, was für sie gut ist. Dies ist ein Gedicht über ihr zerrissenes Inneres.
Zerrissen
Mein Leben
Zwei Welten oder drei oder vier
Die alte Welt
Lange her
Die Zwischenwelt
Die neue Welt
Die kommende Welt
Früher habe ich gelitten
Sie hätten mich lieben sollen
Für mich sorgen
Sie konnten es nicht
Doch von ihnen stamme ich her
Es ist offenbar: Sie gehören zu mir
Gern erinnere ich mich an schöne Stunden
Stunden so selten sie warn
Manchmal so deutlich, manchmal im Nebel
kann ich sie ganz deutlich spürn
Spüre die Verletzungen und könnte schrein
Ganz tief in meinem Innern schließe ich sie ein
Niemand soll sie kennen außer mir
Niemals solln sie existiern
Jahre habe ich dort verbracht
Schutz bot das Haus
Fremde sind besser
Manchmal
Allein bin ich für mich
Ich weiß was gut ist für mich
Vertraue niemand
Ich für mich allein
Mit Wünschen
Mit Ängsten
Mit meiner Vergangenheit
Verfolgt mich manchmal bis in den Traum
Was ist Wahrheit und was ist Lüge?
Es ist egal, ich weiß es nicht
Alle sind hier so wie ich
Ich liebe keinen und niemand liebt mich
Tief vergraben ist mein Schmerz
Neu ist die Welt
Neu sind die Menschen
Sie sollen mir helfen
Sie wissen alles
Viel machen sie gut
Die anderen Welten
Sie kennen sie nicht
Es ängstigt mich
Ich kann es nicht glauben
Wie viel halten sie aus
von meiner Qual?
Wie lange werden sie mich behalten wollen?
Sie sind mir so nah und doch so fremd
Ich liebe, ich hasse, ich liebe, ich hasse
So völlig anders als alles bisher
Es tut mir so gut, ich kann es nicht glauben
Ist es real? Geht es kaputt?
Der Übergang zwischen Gestern und Morgen
Ich bestimme darüber und niemand sonst.
Ich weiß wo ich bin und wohin ich gehe
Es wird mir gelingen, ich weiß es genau
Niemand wird mich hindern zu tun was ich denke
Was wird es sein, wer weiß es schon?
Meine Welt will ich gestalten und schalten und walten
Bestimmen wird sein die reine Lust
Meine Welt wird sein was ich habe
Zweifel und Ängste weit, weit weg
Wer weiß wie es kommt
Was wird mich erwarten?
Es wird schon gut gehn, ich weiß es genau.